Wie Makler mit Google-Bewertungen punkten - Dr Thomas Schulte

Sterne statt Schaufenster: Wie Makler mit Google-Bewertungen punkten

Die Macht der Sterne im Versicherungsvertrieb: Wer steuert hier wen – Kunde den Markt, oder Bewertungen das Kundenverhalten?

Wer heute eine Versicherung, einen Arzt, einen Handwerker oder einen Coach sucht, fängt fast nie beim Schaufenster oder Branchenbuch an, sondern bei Sternenbewertungen. Online-Bewertungen sind zur stillen Leitwährung des Erfolgs geworden: Laut aktuellen Analysen lesen rund 93 bis 95 Prozent der Verbraucher Online-Rezensionen, bevor sie einen Anbieter überhaupt kontaktieren oder eine Kaufentscheidung treffen. Mehr als die Hälfte vertraut diesen Bewertungen inzwischen stärker als den Aussagen des Unternehmens selbst oder den Empfehlungen aus dem direkten Umfeld. Und Google ist das zentrale Nadelöhr: Schätzungen zufolge laufen rund 70 bis 75 Prozent aller Online-Bewertungen über Googles Ökosystem, Google Reviews ist damit faktisch zum globalen Empfehlungssystem geworden.

Diese Entwicklung macht vor keiner Branche halt. Besonders spürbar ist sie jedoch dort, wo Entscheidungen erklärungsbedürftig, langfristig und vertrauensbasiert sind: bei Versicherungen, Finanzdienstleistungen und Vorsorgeprodukten. Wer heute eine Versicherung abschließt, googelt nicht nur Tarif und Anbieter, sondern prüft, wie andere Kundinnen und Kunden Beratung, Erreichbarkeit, Schadenregulierung und Fairness bewerten. Für Makler und Vermittler bedeutet das: Die digitale Reputation entscheidet längst nicht nur darüber, ob jemand auf der Website landet, sondern ob es überhaupt zu einem Erstgespräch und später zu einem Abschluss kommt. Sterne werden zu einem stillen Scoring, das über Sichtbarkeit und wirtschaftliches Überleben mitbestimmt.

Gleichzeitig wächst die Unsicherheit: Wie trennscharf sind echte Erfahrungen und gekaufte Rezensionen? Welche Verantwortung trifft Vermittler und Versicherungsunternehmen, wenn sie Bewertungen aktiv einholen, moderieren oder auf Löschung unzulässiger Inhalte hinwirken? Und an welchem Punkt werden Google-Bewertungen nicht nur zu einem Marketinginstrument, sondern zu einem haftungsrelevanten Faktor? Etwa dann, wenn irreführende Bewertungsprofile falsche Erwartungen wecken oder negative Bewertungen die Berufsausübung existenziell beeinträchtigen?

Als Rechtsanwalt, der bereits früh die Macht des Internets und der Digitalisierung im Kapitalmarkt- und Reputationsrecht erkannt hat, beobachtet Dr. Thomas Schulte aus Berlin, diese Verschiebung seit Jahren: weg vom diskreten Empfehlungstelefonat hin zur öffentlichen Dauerbewertung. Der Versicherungsvertrieb ist dabei nur ein besonders sensibles Testfeld, in dem sich exemplarisch zeigt, wie Bewertungen zu juristisch relevanten Reputationsdaten werden. Die zentrale Frage lautet daher: Wie lässt sich der legitime Bedarf an Transparenz und Vergleichbarkeit mit dem Schutz vor Bewertungsmissbrauch, Rufschädigung und manipulativen Plattformstrukturen in Einklang bringen? Wie gestaltet sich die Zukunft? Im Jahr 2025 sind Google-Bewertungen faktisch zum neuen Empfehlungsschreiben geworden.

Sichtbarkeit, Vertrauen, Abschlussrate – alles hängt zusammen

Die technische Komponente darf dabei nicht unterschätzt werden: Google honoriert aktive, authentische Bewertungskultur. Ein gepflegtes Google-Profil mit regelmäßig aktualisierten Rezensionen beeinflusst direkt das Ranking bei Google Maps und in den lokalen Suchergebnissen. Die Universität Leipzig belegt: Unternehmen mit über 50 Rezensionen und einem Bewertungsschnitt über 4,2 Sternen tauchen deutlich häufiger in den Top 3 der lokalen Suche auf. Ein immenser Vorteil gegenüber passiven Wettbewerbern.

Dabei gilt: Nicht Perfektion überzeugt, sondern Glaubwürdigkeit. Ein Bewertungsschnitt zwischen 4,2 und 4,6 wirkt am vertrauenswürdigsten. Reine Fünf-Sterne-Profile lösen dagegen bei vielen Nutzern Misstrauen aus. Kunden schätzen ehrliches Feedback, auch wenn Kritik dabei ist. Wichtig ist der Umgang damit: Wer sachlich, freundlich und lösungsorientiert auf negative Bewertungen reagiert, demonstriert Serviceorientierung und nimmt seine Kundschaft ernst. Google wertet zudem neuere Rezensionen stärker als alte. Regelmäßiges Feedback ist also essenziell.

Dr. Thomas Schulte, Vertrauensanwalt bei ABOWI Law, erklärt den rechtlichen Rahmen: „Wer Kundenfeedback systematisch einholt, verarbeitet und sichtbar macht, agiert nicht nur klug, er erfüllt auch seine gesetzliche Verantwortung zur Markttransparenz gemäß § 63 VVG.“

Makler mit 4,2 Google Bewertungen - Dr Thomas Schulte

Fünf Schritte zum Bewertungserfolg – ohne großes Budget

Ein wirkungsvolles Bewertungsmanagement ist keine Frage des Geldes, sondern der Struktur. Schon mit einfachen Mitteln lassen sich große Effekte erzielen. Der Schlüssel liegt in konsequenter Umsetzung, nicht in technischer Spielerei. Aus der Praxis haben sich fünf Schritte besonders bewährt:

  1. Kunden aktiv ansprechen: Direkt nach der Beratung per E-Mail, QR-Code oder Visitenkarte zur Bewertung einladen, persönlich statt automatisiert.

  2. Automatisierung nutzen: Tools wie „Meinungsmeister“ oder „Trusted Shop Feedback Collector“ helfen, Anfragen nach Vertragsabschluss systematisch und DSGVO-konform zu versenden.

  3. Kritik ernst nehmen: Auf negative Bewertungen zeitnah (innerhalb von 48 Stunden) reagieren, dies höflich, lösungsorientiert, professionell.

  4. Erfahrungen sichtbar machen: Gute Bewertungen nicht verstecken, sondern auf Website, Social Media oder im Beratungsgespräch einbauen.

  5. Plattformvielfalt nutzen: Neben Google auch Trustpilot, ProvenExpert oder WhoFinance bespielen, für mehr Reichweite und Zielgruppenabdeckung.

Ein professioneller Auftritt lebt von echten Erfahrungen. Rezensionen sind heute das, was früher Empfehlungen von Nachbarn oder Freunden waren, nur mit potenziell tausendfachem Publikum.

Bewertungen als Vertriebsbooster – und rechtliches Schutzschild

Für den Versicherungsvertrieb bieten Bewertungen zwei unschlagbare Vorteile: Sie erleichtern die Kundengewinnung und verbessern die Abschlussquote. Laut einer Studie der Universität Köln kann aktives Bewertungsmanagement die Abschlusswahrscheinlichkeit um bis zu 18 Prozent steigern. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Kunden sich bei positiver Online-Wahrnehmung besser aufgehoben fühlen. In einem überfüllten Markt mit vielen gleichartigen Angeboten sind Vertrauen, Persönlichkeit und Transparenz entscheidende Differenzierungsmerkmale.

Doch es geht auch um rechtliche Sicherheit: Bewertungen bieten dokumentierbares Feedback, dies ist hilfreich bei Streitfällen oder zur Qualitätssicherung. Gleichzeitig müssen Makler auf unzulässige Bewertungen reagieren: Persönlichkeitsrechtsverletzungen, falsche Tatsachenbehauptungen oder manipulierte Rezensionen dürfen nicht geduldet werden. Hier bietet ABOWI Law konkrete Hilfe, von der Analyse über die juristische Intervention bis zur dauerhaften Löschung auf Plattformen wie Google. Der Vertrauensanwalt Dr. Thomas Schulte rät: „Reputation ist Kapital. Wer seine Bewertungen schützt, schützt sein Geschäft.“

Gerade bei anonymen negativen Rezensionen lohnt sich rechtlicher Beistand. Durch gezielte Argumentation und klare Dokumentation lassen sich viele unfaire Einträge erfolgreich löschen, sofern das Unternehmen selbst aktiv mitarbeitet und nicht auf automatische Algorithmen hofft.

Fazit: Die Sterne von heute entscheiden über die Kunden von morgen

Google-Rezensionen sind längst nicht mehr nur ein hübsches Beiwerk im digitalen Schaufenster, sondern ein harter Steuerungsfaktor für wirtschaftlichen Erfolg. Sie entscheiden darüber, ob ein Interessent überhaupt den ersten Kontakt wagt, ob ein Bestandskunde bleibt und zunehmend auch darüber, ob eine Fachkraft sich bei einem Unternehmen bewirbt oder ein Partner bereit ist, eine Kooperation einzugehen. Für die junge Generation sind Bewertungen kein Zusatz, sondern Ausgangspunkt: Wer als Versicherer, Makler, Bank, Kanzlei, Arztpraxis oder Tech-Unternehmen im Netz schlecht bewertet ist, findet in dieser Zielgruppe oft gar nicht mehr statt.

Die Zahlen zur Kundenbindung und Conversion-Rate legen nahe, dass aktives Bewertungsmanagement messbare Effekte hat. Mehr Sichtbarkeit in der lokalen Suche, höhere Abschlussquoten, stabilere Kundenbeziehungen. Doch die eigentliche Dynamik reicht weiter: Bewertungsportale und Google-Sterne sind inzwischen auch ein inoffizielles Eignungssignal im Arbeitgebermarkt. Bewerber prüfen nicht nur Kununu, sondern auch Google, Social Media und Foren, bevor sie sich mit einem Unternehmen identifizieren. Kann sich ein Unternehmen künftig ernsthaft damit herausreden, von seinen Online-Bewertungen „nichts gewusst“ zu haben, wenn diese Bewertungen erkennbar Einfluss auf Bewerbungsbereitschaft, Mitarbeiterbindung und Kooperationen haben?

Damit rücken juristische Fragen stärker in den Vordergrund: Welche Pflichten treffen Unternehmen, wenn sie Bewertungen aktiv einholen, moderieren oder mit Anreizen verknüpfen? Wo verläuft die Grenze zwischen zulässiger Bitte um Feedback und unlauterer Manipulation im Sinne des Wettbewerbsrechts? Wie weit reicht die Pflicht, gegen bewusst falsche, rufschädigende Bewertungen vorzugehen – auch aus Sicht der eigenen Mitarbeiter, die sich durch anonyme Einträge in ihrer Berufsausübung beeinträchtigt sehen? Und: Wird ein Unternehmen, das seine digitale Reputation jahrelang laufen lässt, sich in Zukunft wirklich noch darauf berufen können, man habe „die Tragweite nicht erkannt“, wenn Kunden, Geschäftspartner oder Bewerber genau auf diesen digitalen Fußabdruck abstellen?

Der Ausblick bis 2026 und darüber hinaus ist eindeutig: Bewertungen entwickeln sich zur Querschnittsgröße über alle Branchen. Sie beeinflussen nicht nur, wer Kunde wird, sondern auch, wer Arbeitgeber wird, wer als seriöser Kooperationspartner wahrgenommen wird und welche Geschäftsmodelle überhaupt noch als vertrauenswürdig gelten. In einer Wirtschaft, in der Fachkräfte knapp sind, Kooperation über Grenzen hinweg zunimmt und Geschäftsbeziehungen schneller wechseln als früher, werden Sterne, Kommentare und Erfahrungsberichte zu einem informellen, aber sehr wirksamen Reputationsregister.

Für Versicherungsvermittler und Makler ist das nur die Speerspitze der Entwicklung. Wer jetzt lernt, Bewertungen rechtssicher, professionell und strategisch zu nutzen, von der aktiven Einholung über die Reaktion auf Kritik bis zur Verteidigung gegen rechtswidrige Angriffe, verschafft sich einen Vorsprung. Wer dagegen aus Angst vor Kritik gar nicht erst sichtbar sein will, verzichtet nicht nur auf Abschlüsse, sondern verzichtet langfristig auf Relevanz.

Am Ende bleibt eine einfache, aber weitreichende Frage: Wenn Sterne, Rezensionen und digitale Erfahrungsberichte immer stärker über Vertrauen entscheiden, können es sich Unternehmen, Freiberufler und Institutionen noch leisten, diese „neue Währung“ dem Zufall zu überlassen? Oder wird es zur rechtlichen und strategischen Pflicht, den eigenen Ruf im Netz so ernst zu nehmen wie jede andere Bilanzposition? An genau dieser Antwort wird sich in den kommenden Jahren zeigen, wer im digitalen Vertrauensmarkt bestehen kann und wer unterhalb des Radars verschwindet.

Autor:

Maximilian Bausch, Wirtschaftsingenieur B.Sc.

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