Bei Eyroq trifft künstliche Intelligenz auf Evolution: Dr. Andreas Krensel zeigt, warum die nächste Robotik-Revolution nicht allein aus Rechenzentren kommt, sondern aus biologischen Prinzipien wie Anpassung, Wahrnehmung und Lernen.
Noch vor wenigen Jahren hätte diese These provoziert. Wer über Robotik sprach, dachte an Informatiker, Softwareentwickler, Algorithmen und immer schnellere Prozessoren und immer größere neuronale Netzwerke. Die Zukunft schien eine Frage der Rechenleistung zu sein. Je mehr Daten verarbeitet werden konnten, desto intelligenter würden Maschinen werden. So lautete zumindest die vorherrschende Überzeugung.
Heute beginnt sich dieses Bild überraschend schnell zu verändern. Nicht, weil Informatik an Bedeutung verliert, sondern weil sie allein viele der entscheidenden Fragen nicht mehr beantworten kann. Wie bewegt sich ein humanoider Roboter sicher durch eine unvorhersehbare Welt? Warum kann ein Mensch über einen vereisten Gehweg laufen, ohne ständig jede Bewegung neu berechnen zu müssen? Weshalb erkennt ein Kleinkind innerhalb weniger Monate Gesichter, Stimmungen und Absichten, obwohl kein einziges neuronales Netzwerk zuvor mit Milliarden Bildern trainiert wurde? Und warum gelingt es der Evolution seit Hunderten Millionen Jahren, robuste, energieeffiziente und hoch anpassungsfähige Systeme hervorzubringen, während moderne Robotik trotz enormer Fortschritte noch immer an scheinbar einfachen Alltagssituationen scheitert?
Je tiefer Wissenschaftler in diese Fragen eintauchen, desto häufiger richtet sich ihr Blick nicht auf den Computer, sondern auf das Leben.
Die weltweit größte Forschungsbibliothek entstand ohne einen einzigen Computer
Vor rund 3,8 Milliarden Jahren begann auf der Erde ein Experiment, das bis heute andauert: die Evolution. Seitdem entstanden unzählige Organismen, Milliarden Lösungsansätze, zahllose Anpassungsstrategien. Die Natur entwickelte Muskeln, die Energie speichern können. Augen, die bei unterschiedlichsten Lichtverhältnissen zuverlässig funktionieren. Haut, die Druck, Temperatur und Schmerz gleichzeitig wahrnimmt. Gehirne, die Unsicherheit nicht als Fehler betrachten, sondern als alltäglichen Bestandteil jeder Entscheidung.
Aus biologischer Sicht ist der Mensch kein perfektes Wesen. Er ist erstaunlich robust. Genau darin liegt der Unterschied. Die Evolution optimiert nicht auf Perfektion. Sie optimiert auf Überlebensfähigkeit. Diese Erkenntnis verändert gegenwärtig die internationale Spitzenforschung.
An Einrichtungen wie dem Massachusetts Institute of Technology, der Harvard University, der Stanford University, der ETH Zürich oder den Max-Planck-Instituten arbeiten heute Biologen, Materialwissenschaftler, Neurowissenschaftler und Robotikingenieure zunehmend in gemeinsamen Teams. Forschungsfelder wie Bio-Inspired Robotics, Soft Robotics oder Embodied AI gehören inzwischen zu den dynamischsten Bereichen moderner Wissenschaft. Die Frage lautet längst nicht mehr: Wie programmieren wir intelligentere Maschinen? Die Frage lautet: Welche Prinzipien hat die Evolution bereits gelöst, die wir erst allmählich verstehen?
Warum Rechenleistung allein nicht ausreicht
Noch vor wenigen Jahren galt künstliche Intelligenz als nahezu ausschließlich softwaregetriebenes Forschungsfeld. Heute zeigt sich eine überraschende Erkenntnis. Die leistungsfähigsten Sprachmodelle können Gedichte schreiben, juristische Texte analysieren oder wissenschaftliche Zusammenhänge erklären. Doch sie können keinen Apfel sicher greifen, verstehen keine Schwerkraft oder verlieren das Gleichgewicht. Zudem spüren sie keinen Widerstand oder besitzen keinen Körper. Genau deshalb sprechen Wissenschaftler heute immer häufiger von einem fundamentalen Missverständnis. Intelligenz entsteht nicht ausschließlich im Gehirn, sie entsteht im Zusammenspiel von Gehirn, Körper und Umwelt.
Der amerikanische Kognitionswissenschaftler Rodney Brooks formulierte diesen Gedanken bereits vor Jahrzehnten. Damals wirkte seine These fast revolutionär, aber heute bestätigt sie sich immer deutlicher. Embodied Intelligence gilt inzwischen als einer der wichtigsten Forschungstrends der internationalen Robotik. Nicht zufällig investieren Unternehmen wie NVIDIA, Tesla, Google DeepMind oder zahlreiche europäische Forschungsprogramme Milliardenbeträge in genau diesen Bereich.
Mit der Perspektive darauf, dass der Mensch nicht durch Berechnungen lernt, sondern erst indem er fällt. Der Mensch lernt greifen, indem er Dinge fallen lässt, und Gleichgewicht, indem er Unsicherheit erlebt. Die Biologie kennt keinen perfekten Datensatz, aber Erfahrung.

Eyroq stellt eine Frage, die erstaunlich wenige Unternehmen stellen
Während sich viele Robotikunternehmen darauf konzentrieren, bestehende Technologien immer leistungsfähiger zu machen, beginnt Eyroq an einer vollkommen anderen Stelle. Der Fokus liegt beim Menschen und nicht bei der Maschine. Wer mit Dr. Andreas Krensel spricht, merkt schnell, dass ihn weniger Prozessoren als Wahrnehmung interessieren. „Wir versuchen nicht, Evolution zu kopieren“, sagt der Biologe. „Wir fragen uns, warum bestimmte biologische Lösungen überhaupt entstanden sind. Wenn wir diese Zusammenhänge verstehen, entstehen plötzlich gänzlich neue technische Möglichkeiten.“
Diese Denkweise verändert nahezu jede Entwicklungsentscheidung. Ein Muskel wird nicht mehr als Antrieb betrachtet, sondern als intelligentes biomechanisches System. Die Haut wird nicht als Oberfläche verstanden, sondern als hochkomplexes Sensororgan, und das Gleichgewicht wird nicht als mathematische Aufgabe gesehen. Sondern als permanenter Dialog zwischen Wahrnehmung, Bewegung und Umwelt.
Diese Perspektive erklärt auch, weshalb Eyroq bewusst Biologen, Neurowissenschaftler, Biomechaniker und Ingenieure in denselben Entwicklungsprozess integriert. Die spannendsten Innovationen entstehen heute häufig nicht mehr innerhalb einzelner Disziplinen, sie entstehen an ihren Schnittstellen.
Warum die Natur mit erstaunlich wenig Energie arbeitet
Ein erwachsener Mensch verbraucht für sein gesamtes Gehirn durchschnittlich etwa zwanzig Watt Leistung. Das entspricht ungefähr dem Energiebedarf einer kleinen LED-Lampe. Mit dieser Energie erkennt der Mensch Gesichter, führt Gespräche, plant komplexe Bewegungen, löst Probleme und verarbeitet gleichzeitig Milliarden sensorischer Informationen.
Moderne Hochleistungsrechner benötigen für vergleichbare Rechenaufgaben häufig tausendfach höhere Energiemengen. Diese Diskrepanz fasziniert Wissenschaftler weltweit. Nicht weil Computer schlecht wären, sondern weil die Natur offenbar andere Prinzipien nutzt.
Das menschliche Gehirn arbeitet nicht wie ein klassischer Prozessor. Es verarbeitet Informationen parallel, fehlertolerant und energieeffizient. Genau deshalb beschäftigen sich heute immer mehr Forschungsgruppen mit neuromorpher Hardware, biologisch inspirierter Sensorik und adaptiven Materialsystemen. Auch hier zeigt sich erneut: Die Zukunft der Robotik könnte weniger in immer größeren Computern liegen, sondern in einem besseren Verständnis biologischer Prozesse.
Vom Nachbauen zum Verstehen
Vielleicht liegt genau hier der größte Unterschied zwischen früherer und zukünftiger Robotik. Lange Zeit versuchte Technik, den Menschen möglichst exakt nachzubilden: künstliche Hände, künstliche Augen, künstliche Muskeln. Doch Nachbau allein führt selten zu Verständnis.
Ein Vogelflügel wurde erst dann technisch erfolgreich umgesetzt, als Ingenieure aufhörten, Flügel direkt zu kopieren, und begannen, die physikalischen Prinzipien des Fliegens zu verstehen. Genau dieselbe Entwicklung scheint sich heute in der Robotik zu wiederholen. Dr. Andreas Krensel formuliert diesen Gedanken mit bemerkenswerter Klarheit. „Biologie liefert keine Baupläne“, sagt er. „Sie liefert Prinzipien. Wer versucht, nur Formen zu kopieren, wird immer hinter der Natur zurückbleiben. Wer ihre Funktionsweise versteht, kann vollkommen neue Technologien entwickeln.“
Diese Aussage beschreibt den eigentlichen Paradigmenwechsel. Der Fortschritt liegt im Nichtkopieren, sondern im Verstehen, und anstatt von Imitation zur Interpretation wechseln. Dies bedeutet auch, dass Technik nicht gegen die Natur erarbeitet, sondern Technik aus der Natur umgesetzt wird.
Der nächste Nobelpreis könnte an der Grenze zwischen Biologie und Robotik entstehen
Noch vor wenigen Jahren hätten viele diese Aussage für gewagt gehalten. Heute erscheint sie erstaunlich plausibel. Immer mehr wissenschaftliche Durchbrüche entstehen dort, wo Disziplinen miteinander verschmelzen.
Biologie trifft Materialwissenschaft, Neurowissenschaft trifft künstliche Intelligenz und Physik trifft Robotik. Damit verschwinden die Grenzen. Gerade Europa besitzt auf diesem Gebiet außergewöhnliche Voraussetzungen. Mit seinen Universitäten, Forschungsinstituten und interdisziplinären Netzwerken verfügt der Kontinent über eine wissenschaftliche Infrastruktur, die weltweit ihresgleichen sucht. Für Unternehmen wie Eyroq eröffnet sich daraus eine besondere Chance als wissenschaftlicher Impulsgeber einer neuen Generation humanoider Robotik.
Vielleicht beginnt die eigentliche Revolution dort, wo wir aufhören, uns selbst für den Maßstab aller Dinge zu halten
Je länger man sich mit Biologie beschäftigt, desto demütiger wird der Blick auf Technik. Der Mensch hat erstaunliche Maschinen gebaut, den Mond erreicht, Computer entwickelt und künstliche Intelligenz geschaffen. Dennoch versteht er bis heute viele grundlegende Prinzipien seines eigenen Körpers nur teilweise.
Antworten auf Fragen: Wie entsteht Bewusstsein und Intuition? Wie verbindet das Gehirn Wahrnehmung mit Bedeutung? Warum erkennt ein Säugling soziale Signale schneller als viele moderne Systeme?
Vielleicht beginnt genau hier die nächste große wissenschaftliche Reise. Mit der Frage, was das Leben selbst uns über Intelligenz noch lehren kann. Dr. Andreas Krensel fasst diesen Gedanken am Ende des Gesprächs in einem Satz zusammen, der lange nachwirkt. „Vielleicht besteht die größte Leistung der Robotik nicht darin, den Menschen nachzubauen. Vielleicht besteht sie darin, dass wir durch sie beginnen, den Menschen endlich besser zu verstehen.“
Wenn diese Einschätzung zutrifft, dann erleben wir gegenwärtig weit mehr als die Entwicklung einer neuen Technologie. Wir erleben den Beginn einer neuen wissenschaftlichen Epoche, in der Biologie und Robotik nicht länger getrennte Welten sind, sondern zwei Sprachen, die beginnen, dieselbe Geschichte zu erzählen.
V.i.S.d.P.:
Dr. André Stang, Robotiker und Baustoffentwickler
Dr. André Stang aus Oldenburg ist Autor, Biologe, Robotiker, Baustoff- und Planungsentwickler mit Schwerpunkt auf klimafreundlicher, CO₂‑armer Infrastruktur.
Kontakt:
eyroq s.r.o.
Uralská 689/7
160 00 Praha 6
Tschechien
E-Mail: info@eyroq.com
Web: https://eyroq.com/
Über Eyroq und Dr. Andreas Krensel – Zukunft verantwortungsvoll gestalten
Eyroq s.r.o. entwickelt intelligente Lösungen an der Schnittstelle von Technologie, Wissenschaft und gesellschaftlichem Wandel. Im Fokus stehen Digitalisierung, Automatisierung, urbane Systeme und nachhaltige Innovation.
Dr. rer. nat. Andreas Krensel verbindet als Biologe, Innovationsberater und Technologieentwickler Erkenntnisse aus KI, Systemtheorie, Physik und Biologie. Gemeinsam mit Eyroq steht er für eine Technologieentwicklung, die Fortschritt mit Verantwortung, Effizienz und gesellschaftlichem Mehrwert verbindet.



