Ferhat Kacmaz, HUNDREDHANDS und die nächste Stufe einer Entwicklung, bei der künstliche Intelligenz nicht mehr nur antwortet, sondern handelt.
Ein Mobilfunkmast bekommt ein Problem. Noch hat sich kein Kunde beschwert und kein Techniker wurde angerufen. Auch kein Mensch sitzt vor einem Bildschirm und versucht herauszufinden, warum plötzlich ungewöhnliche Werte auftreten. Stattdessen beobachtet ein KI-System das Netz, erkennt eine Abweichung, vergleicht verschiedene Signale, analysiert mögliche Ursachen und verändert technische Parameter. Der Kunde telefoniert weiter. Vielleicht merkt er überhaupt nicht, dass gerade etwas geschehen ist.
Was noch vor wenigen Jahren wie eine futuristische Beschreibung klang, gehört inzwischen zu realen Versuchen und teilweise bereits zum kommerziellen Betrieb internationaler Telekommunikationsunternehmen. Und genau deshalb bekommt die Vision von Ferhat Kacmaz hinter HUNDREDHANDS eine zusätzliche Bedeutung. Ferhat Kacmaz möchte künstliche Intelligenz nicht als Maschine verstehen, die lediglich Antworten produziert. Sein digitaler Mitarbeiter soll Aufgaben entgegennehmen, verschiedene Arbeitsschritte durchführen, mit Werkzeugen arbeiten und einen Menschen erst dort wieder einschalten, wo eine Entscheidung oder Freigabe notwendig wird.
Der einsame Techniker, der die Welt miteinander verbindet – vom „Wichita Lineman“ zum digitalen Mitarbeiter
1968 machte Glen Campbell mit „Wichita Lineman“ einen einsamen Leitungstechniker zum Sinnbild einer ganzen Arbeitswelt: ein Mensch hoch oben am Mast, der dafür sorgte, dass andere miteinander verbunden blieben. Songwriter Jimmy Webb war zu diesem Bild inspiriert worden, nachdem er einen Arbeiter an einer Telefonleitung in der Weite Oklahomas beobachtet hatte.
Fast sechzig Jahre später wirkt dieses Bild überraschend aktuell. Nur die Rolle verändert sich. Wo früher Menschen Leitungen kontrollierten, Störungen suchten und Verbindungen wiederherstellten, beginnen heute KI-Systeme, digitale Infrastrukturen zu überwachen, Abweichungen zu erkennen und Gegenmaßnahmen vorzubereiten.
Genau dieser Wandel macht auch die Idee hinter HUNDREDHANDS von Ferhat Kacmaz greifbar: Der digitale Mitarbeiter soll nicht lediglich erklären, was zu tun wäre. Er soll innerhalb klarer Grenzen selbst Arbeit übernehmen.
Der „Wichita Lineman“ von damals stand allein auf einem Telefonmast. Sein digitaler Nachfolger könnte künftig gleichzeitig Tausende Vorgänge beobachten. Der Mensch verschwindet dabei nicht zwangsläufig. Aber seine Aufgabe verändert sich: vom einzelnen Handgriff hin zu Steuerung, Kontrolle und Verantwortung.
Im Büro könnte dies bedeuten: Kundenanfragen bearbeiten, Informationen recherchieren oder Angebote vorbereiten. Im Mobilfunknetz bedeutet dasselbe Prinzip plötzlich: Störungen erkennen. Ursachen untersuchen. Entscheidungen vorbereiten. Gegenmaßnahmen einleiten. Damit verlassen KI-Mitarbeiter endgültig die Komfortzone des Chatfensters. Sie beginnen, Teil der Infrastruktur zu werden.
Vom Chatbot zum handelnden System
Die erste große Welle generativer künstlicher Intelligenz war vergleichsweise leicht zu verstehen. Ein Mensch stellte eine Frage und die KI antwortete. Auch wenn diese Antworten beeindruckend sein konnten, blieb die Rollenverteilung klar. Der Mensch entschied anschließend, was mit dem Ergebnis geschah. Aber agentische Systeme verändern dieses Prinzip, denn sie erhalten nicht nur eine Frage, sondern ein Ziel. Um dieses Ziel zu erreichen, können sie Informationen sammeln, unterschiedliche Quellen miteinander verbinden, weitere Systeme ansprechen und innerhalb festgelegter Grenzen Handlungen auslösen.
Genau dieser Unterschied ist für Ferhat Kacmaz zentral. HUNDREDHANDS soll nicht nur erklären, wie Arbeit erledigt werden könnte. Der digitale Mitarbeiter soll einen Teil dieser Arbeit tatsächlich übernehmen. Dass diese Grundidee nicht auf kleine und mittelständische Unternehmen beschränkt bleibt, zeigt inzwischen ausgerechnet eine Branche, in der Fehler enorme Auswirkungen haben können: der Mobilfunk.
Die Deutsche Telekom lässt einen Agenten bereits im Netz arbeiten
Die Deutsche Telekom betreibt seit November 2025 den sogenannten RAN‑Guardian-Agent im deutschen Mobilfunknetz. RAN steht für Radio Access Network, also jenen Teil des Mobilfunknetzes, der unter anderem die Funkverbindung zwischen Endgerät und Mobilfunkinfrastruktur organisiert. Der Agent basiert nach Angaben der Telekom auf Googles Gemini-Technologie und soll insbesondere Situationen erkennen, in denen an bestimmten Orten außergewöhnlich viele Menschen gleichzeitig Mobilfunk nutzen. Großveranstaltungen sind dafür ein anschauliches Beispiel. Ein Weihnachtsmarkt, ein Fußballspiel oder ein Karnevalsumzug kann einen Mobilfunkstandort innerhalb kurzer Zeit deutlich stärker belasten als im normalen Alltag.
Früher mussten solche Situationen intensiver vorbereitet und technische Daten manuell ausgewertet werden. Der RAN‑Guardian kann Teile dieser Arbeit automatisieren. Nach Angaben der Deutschen Telekom sank die Bearbeitungszeit für das Netzmanagement bei Großveranstaltungen dadurch von mehreren Stunden auf ungefähr eine Minute. Allein bis Ende 2025 löste das System mehr als 100 Korrekturmaßnahmen automatisch aus. Für das Jahr 2026 identifizierte das System laut Telekom rund 237.000 Veranstaltungen. Während der Karnevalszeit wurden rund 130 größere Veranstaltungen mit jeweils mehr als 10.000 erwarteten Besuchern erkannt. 611 Mobilfunkstandorte wurden im Vorfeld auf mögliche Probleme geprüft und größtenteils während der Veranstaltungen weiter überwacht. Als fünf Standorte Lastspitzen zeigten, passte das System nach Angaben des Unternehmens die Parameter automatisch an. Das ist keine Schreibassistenz mehr, das ist operative Arbeit.

Und nun soll aus einem digitalen Mitarbeiter ein ganzes digitales Team werden
Noch interessanter ist deshalb die nächste Entwicklungsstufe. Gemeinsam mit Google Cloud entwickelt die Deutsche Telekom das System MINDR, ausgeschrieben „Multi-Agentic Intelligent Network Diagnostics & Remediation“. Der Name verrät bereits das Prinzip. Es handelt sich nicht um eine einzelne allwissende künstliche Intelligenz. Verschiedene spezialisierte digitale Mitarbeiter sollen unterschiedliche Signale aus Funknetz, Transportnetz und Kernnetz erfassen, miteinander verbinden und gemeinsam ein Bild davon erzeugen, was im Netz gerade geschieht.
Ein digitaler Mitarbeiter entdeckt möglicherweise eine ungewöhnliche Netzbelastung, ein anderer analysiert technische Abhängigkeiten und ein weiterer digitaler Mitarbeiter untersucht mögliche Ursachen. Anschließend können Gegenmaßnahmen vorbereitet oder innerhalb vorgegebener Grenzen ausgelöst werden. Die Telekom beschreibt das Ziel ausdrücklich als Entwicklung hin zu einem autonomeren und selbstheilenden Netz, das Probleme möglichst erkennt und behebt, bevor Kunden überhaupt betroffen sind. Erste MINDR-Anwendungen sollen noch 2026 eingesetzt werden. Hier wird eine Entwicklung sichtbar, die weit über Telekommunikation hinausreicht.
Künstliche Intelligenz übernimmt nicht nur einzelne Tätigkeiten. Mehrere digitale Spezialisten beginnen, miteinander zu arbeiten. Genau dieses Organisationsprinzip macht digitale Mitarbeiter-KI wirtschaftlich so interessant.
Ferhat Kacmaz denkt ähnlich
Natürlich wäre es falsch, HUNDREDHANDS technisch mit dem Netzbetrieb der Deutschen Telekom gleichzusetzen. „Die Aufgaben, Systeme und Risiken sind gänzlich unterschiedlich, aber organisatorisch gibt es eine bemerkenswerte Parallele“, so Visionär Ferhat Kacmaz. Ferhat Kacmaz denkt ebenfalls nicht in einer einzigen Super-KI, die alles wissen und alles können soll.
Seine Grundidee lautet vielmehr: Ein zentraler digitaler Mitarbeiter erhält einen Auftrag. Im Hintergrund können spezialisierte Systeme oder KI-Mitarbeiter unterschiedliche Teile der Aufgabe bearbeiten. Kontrollmechanismen und menschliche Freigaben begrenzen die Autonomie. Das Prinzip lautet also: Spezialisierung statt Alleskönner, Koordination statt Einzeltool und Kontrolle statt grenzenloser Autonomie. Was HUNDREDHANDS für Unternehmensaufgaben versucht, wird in wesentlich spezialisierterer Form bereits für Mobilfunknetze entwickelt. Genau deshalb ist das Projekt von Kacmaz als Beispiel für einen größeren Trend interessant.
Japan geht bereits einen Schritt weiter
Dass diese Entwicklung nicht auf Europa begrenzt ist, zeigt NTT DOCOMO. Der japanische Mobilfunkanbieter hat am 4. Februar 2026 ein agentisches KI-System für die Wartung seines Mobilfunknetzes kommerziell in Betrieb genommen. Das Unternehmen gab den Start am 25. Februar offiziell bekannt. Der Hintergrund ist leicht nachvollziehbar. Moderne Mobilfunknetze bestehen aus unterschiedlichen Technologien, Herstellern und Systembereichen. 4G und 5G laufen parallel, Datenmengen wachsen und Fehler können aus komplizierten Wechselwirkungen entstehen. Für bekannte Störungen existieren seit Langem automatisierte Verfahren. Schwieriger sind Probleme, für die keine fertige Handlungsanweisung vorliegt. Dann mussten bislang mehrere Ingenieure große Datenmengen zusammentragen, vergleichen und versuchen, die eigentliche Fehlerursache zu identifizieren.
Genau diesen Prozess soll bei DOCOMO nun ein KI-Mitarbeiter unterstützen beziehungsweise teilweise übernehmen. Das System greift dabei auf einen enormen Bestand historischer Betriebsdaten zurück und soll Techniker bei der Ursachenanalyse komplexer Netzstörungen unterstützen. Das ist ein wichtiger Unterschied zur klassischen Automatisierung. Klassische Software ist besonders leistungsfähig, wenn ein Ablauf vorher exakt bekannt ist: Wenn A geschieht, tue B. KI-Mitarbeiter sollen gerade dort interessant werden, wo die Situation nicht vollständig vorhersehbar ist: A ist geschehen. Finde heraus, warum. Bewerte mögliche Folgen. Entwickle einen sinnvollen nächsten Schritt. Damit nähert sich Software erstmals einer Tätigkeit, die bislang stark mit menschlicher Erfahrung verbunden war.
Huawei spricht bereits von „Experten und digitalen Mitarbeitern“
Auch Huawei verwendet inzwischen bemerkenswert ähnliche Begriffe. Im März 2026 stellte das Unternehmen seine Lösung AUTINOps für den Betrieb von Telekommunikationsnetzen vor. Huawei beschreibt das angestrebte Arbeitsmodell ausdrücklich als Zusammenarbeit von „Experten + digitalen Mitarbeitern“. Die digitalen Systeme sollen dabei nicht nur einzelne Werkzeuge bereitstellen. Mehrere KI-Mitarbeiter sollen zusammenarbeiten, Betriebsprozesse analysieren und zunehmend geschlossene Abläufe von Analyse bis Gegenmaßnahme unterstützen.
Damit taucht dieselbe Sprache, die bei einem Startup wie HUNDREDHANDS noch provokant wirken kann, plötzlich bei einem der größten Telekommunikationsausrüster der Welt auf: digitale Mitarbeiter. „Das sollte man nicht überinterpretieren, der Begriff ist auch Marketing“, sagt Ferhat Kacmaz. Aber Marketing funktioniert nur dann dauerhaft, wenn es eine reale technologische Entwicklung beschreibt, die Kunden wiedererkennen. Und diese Entwicklung ist offensichtlich: Software bekommt zunehmend nicht nur Funktionen, sie bekommt Aufgaben.
Aber wer lässt eine künstliche Intelligenz an kritische Infrastruktur?
Genau an diesem Punkt muss die Begeisterung enden und die eigentliche Diskussion beginnen. Ein digitaler Mitarbeiter, der einen Social-Media-Entwurf falsch formuliert, verursacht möglicherweise Peinlichkeit. Ein System, das falsche Entscheidungen in einer kritischen technischen Infrastruktur trifft, kann erheblich größere Folgen haben. Deshalb bedeutet mehr Autonomie nicht automatisch weniger Kontrolle, sondern im Gegenteil. „Je selbstständiger ein System handeln kann, desto wichtiger werden Grenzen, Überwachung, Protokollierung und Rückfallmechanismen“, erklärt Ferhat Kacmaz.
Welche Aktionen darf das System selbstständig durchführen? Welche Veränderungen benötigen eine Freigabe und welche Daten darf es verwenden? Kann nachvollzogen werden, warum eine Maßnahme ausgelöst wurde und was passiert, wenn zwei digitale Mitarbeiter zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen? Und wer trägt am Ende die Verantwortung? Genau hier berührt sich die Welt großer Telekommunikationsunternehmen wieder mit der wesentlich kleineren Welt von HUNDREDHANDS. Ferhat Kacmaz spricht deshalb nicht nur über Autonomie, zu seinem Konzept gehört eine zusätzliche Kontrollinstanz, die HUNDREDHANDS als „Doktor“ bezeichnet. Die Idee dahinter ist bemerkenswert: Eine künstliche Intelligenz arbeitet. Eine weitere Instanz kontrolliert und der Mensch definiert die Grenzen. Das klingt zunächst aufwendig, aber möglicherweise liegt genau darin die Architektur zukünftiger Unternehmens-KI.
Vertrauen entsteht nicht dadurch, dass die Maschine immer recht hat
Denn kein ernsthafter Anbieter kann garantieren, dass eine KI niemals einen Fehler macht. Wir wissen, Menschen machen Fehler, die Software macht Fehler und die KI-Systeme ebenfalls. Die relevante Frage lautet deshalb nicht: „Wie schaffen wir ein vollkommen fehlerfreies System?“, sondern: Wie bauen wir Systeme, deren Fehler möglichst früh erkannt, begrenzt und korrigiert werden können? Das ist ein fundamentaler Perspektivwechsel. Denn Sicherheit entsteht nicht allein aus Intelligenz, sondern aus Architektur, begrenzten Zugriffsrechten, Protokollen, Freigaben, Überwachung und aus klar definierten Situationen, in denen der KI-Mitarbeiter seine eigene Grenze erkennen und einen Menschen einschalten muss. Für HUNDREDHANDS dürfte genau das langfristig wichtiger werden als die Frage, welches Sprachmodell gerade das leistungsfähigste ist. Ferhat Kacmaz gibt zu bedenken, dass Sprachmodelle ausgetauscht werden können, aber Vertrauen muss aufgebaut werden.
Europa macht aus Transparenz inzwischen eine rechtliche Anforderung
Auch regulatorisch verändert sich der Rahmen. Seit dem 2. August 2026 werden zentrale Vorschriften des europäischen AI Act durchgesetzt. Unter anderem gelten Transparenzanforderungen für bestimmte interaktive KI‑Systeme. Menschen sollen grundsätzlich erkennen können, wann sie mit einem KI-System und nicht mit einem Menschen interagieren. Für die heute beschriebenen autonomen Netzsysteme ist die rechtliche Einordnung im Detail wesentlich komplizierter als bei einem einfachen Chatbot.
Aber die politische Richtung ist erkennbar: Je stärker KI in reale Entscheidungen und Prozesse eingreift, desto wichtiger werden Transparenz, Verantwortlichkeit und Governance. Das ist keine Bremse der Technologie zu verstehen, sondern als die Voraussetzung dafür, dass Menschen ihr vertrauen können.
Der Techniker verschwindet deshalb nicht – seine Rolle verändert sich
Die vielleicht interessanteste Konsequenz betrifft erneut den Arbeitsmarkt. Wenn ein KI-Mitarbeiter in einer Minute erledigt, wofür zuvor mehrere Stunden technische Analyse notwendig waren, liegt die Frage nahe: Benötigt man den Ingenieur dann noch? Wahrscheinlich ist das die falsche Frage. Ein Mobilfunknetz besteht aus Millionen möglicher technischer Zustände, neuen Technologien, außergewöhnlichen Ereignissen und Problemen, die vorher noch nie aufgetreten sind. Menschen werden weiterhin entscheiden müssen, welche Ziele ein Netzwerk verfolgen soll, wie Risiken bewertet werden und welche Eingriffe vertretbar sind. Aber ihre Arbeit verändert sich.
Der Ingenieur wird möglicherweise weniger Zeit damit verbringen, Daten aus fünf Systemen zusammenzusuchen. Er wird stärker beurteilen, was die digitalen Mitarbeiter daraus schließen, Ausnahmen bearbeiten, Systeme trainieren, Regeln definieren und kritische Entscheidungen treffen. Genau darin zeigt sich erneut das Muster unserer Wissensreise: Der Mensch verschwindet nicht zwingend aus der Arbeit. Er verschiebt sich innerhalb der Arbeit. Vom Ausführenden zum Kontrollierenden, vom Suchenden zum Bewertenden und vom Bediener zum Vorgesetzten digitaler Systeme.
Vielleicht erkennen wir die beste KI daran, dass wir sie überhaupt nicht bemerken
Die interessanteste Zukunft des Mobilfunks könnte am Ende vollkommen unspektakulär aussehen. Das Telefon und das Internet funktionieren, das Fußballstadion ist voll und Zehntausende Menschen verschicken gleichzeitig Bilder und Videos. Im Hintergrund erkennen digitale Mitarbeiter eine ungewöhnliche Belastung und sie analysieren sie, koordinieren sich, verändern technische Parameter und niemand merkt etwas. Vielleicht ist genau das die höchste Form erfolgreicher Automatisierung: Der Mensch bemerkt nicht, dass ein Problem gerade verhindert wurde.
Für Ferhat Kacmaz und HUNDREDHANDS steckt darin eine wichtige Lektion. Der Wert eines digitalen Mitarbeiters wird langfristig kaum daran gemessen, wie futuristisch er wirkt, nicht daran, wie menschlich er spricht, und vielleicht nicht einmal daran, wie viele Aufgaben er theoretisch beherrscht. Entscheidend wird sein: Arbeitet er zuverlässig im Hintergrund? Erkennt er seine Grenzen? Kann sein Handeln nachvollzogen werden? Und weiß er, wann er den Menschen benötigt?
Die Mobilfunkindustrie liefert darauf gerade erste bemerkenswerte Antworten. Damit bekommt das Bild des digitalen Mitarbeiters eine neue Dimension. Gestern beantwortete künstliche Intelligenz unsere Fragen, heute beginnt sie, unsere Arbeit zu organisieren, und morgen könnte sie dafür sorgen, dass jene Infrastruktur funktioniert, über die wir diese Fragen überhaupt erst stellen.
Die stille Revolution hat längst begonnen. Die spannendste Frage lautet deshalb nicht mehr, ob Maschinen handeln werden, sondern: Wie viel Handlungsfreiheit wollen wir ihnen geben und wie gestalten wir die Kontrolle so klug, dass aus technischer Autonomie gesellschaftliches Vertrauen entstehen kann?
Autor: Dr. Rainer Schreiber, Dozent Erwachsenenbildung & Personalberater
Über den Autor:
Personalberater und Honorardozent Dr. Rainer Schreiber mit Studium der Wirtschaftswissenschaften mit den Schwerpunkten Finanzierung, Controlling, Personal- und Ausbildungswesen. Fokus liegt auf den Themen Bildung, Weiterbildung und Karrierechancen. Sein Interesse liegt in der beruflichen Erwachsenenbildung und er publiziert zum Thema Personalberatung, demographischer Wandel und Wirtschaftspolitik
Kontakt:
HUNDREDHANDS ist ein Produkt und eine Marke der:
Firma HUNDREDHANDS AI – FZCO
FZCO (Free Zone Company), Vereinigte Arabische Emirate
IFZA Properties, Premises DSO-IFZA
Dubai Silicon Oasis
Dubai, Vereinigte Arabische Emirate
Geschäftsführer Ferhat Kacmaz
E-Mail hello@hundredhands.io
WEB https://hundredhands.io/
Über Ferhat Kacmaz:
Ferhat Kacmaz ist SPIEGEL-Bestsellerautor, Unternehmer und Investor. Seit mehr als zwei Jahrzehnten baut er Unternehmen auf und beschäftigt sich mit der Frage, wie technologische und wirtschaftliche Umbrüche früh erkannt und unternehmerisch genutzt werden können.
Heute lebt Kacmaz in Dubai und arbeitet an internationalen Projekten rund um digitale Infrastruktur, Bitcoin-Mining, Vermögensstrategien und künstliche Intelligenz. Mit HUNDREDHANDS richtet er seinen Blick auf die nächste Entwicklungsstufe der Arbeitswelt: digitale Mitarbeiter, die nicht nur assistieren, sondern innerhalb klar definierter Grenzen Aufgaben übernehmen sollen. Dabei interessiert ihn weniger die kurzfristige Faszination für neue KI-Modelle als die größere Frage dahinter: Wie verändern sich Unternehmen, Verantwortung und menschliche Arbeit, wenn künstliche Intelligenz selbst zum handelnden Teil einer Organisation wird? Sein Ansatz: Zukunft sollte nicht nur beobachtet werden. Sie muss verstanden, kritisch geprüft und verantwortungsvoll gestaltet werden.



